31/03/2026
Fahrgestellnummer auf Diebstahl prüfen: So gehst du vor

Ein Gebrauchtwagen zum unschlagbaren Preis wirkt zwar verlockend, ist aber oft das erste Warnsignal. Laut Bundeskriminalamt wurden 2024 in Deutschland 16.129 Fahrzeuge dauerhaft gestohlen. Hinter einem Großteil dieser Fälle stecken keine Einzeltäter, sondern international agierende Tätergruppen, die gestohlene Autos grenzübergreifend verschieben und weiterverkaufen.
Wer ein solches Fahrzeug kauft, verliert es im Zweifel ersatzlos, denn rechtlich bleibt es Eigentum des ursprünglichen Besitzers. Mit den richtigen Schritten lässt sich das Risiko aber deutlich eingrenzen.
Wie du mit der Fahrgestellnummer prüfst, ob ein Fahrzeug gestohlen ist
Jedes Kraftfahrzeug besitzt eine Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN, englisch VIN für Vehicle Identification Number), die es individuell kennzeichnet. Diese Seriennummer, auch Fahrgestellnummer genannt, erlaubt es unter anderem, den rechtmäßigen Eigentümer nachzuvollziehen.
Die FIN ist in den Fahrzeugpapieren vermerkt und je nach Modell und Hersteller als Typenschild an verschiedenen Fahrzeugteilen angebracht. Gerade beim Gebrauchtwagenkauf ist sie ein wichtiges Mittel, um Betrug und Abzocke beim Autokauf frühzeitig zu erkennen und gezielt zu prüfen, ob ein Fahrzeug gestohlen sein könnte.
Prüfe mit carVertical die Fahrgestellnummer auf Diebstahl
Gib die FIN eines Fahrzeugs bei carVertical ein und fordere einen Bericht zur Fahrzeughistorie an. Mit Zugang zu verschiedenen Fahrzeugdaten, darunter polizeiliche Fahndungslisten für gestohlene Autos, kann der Bericht zeigen, ob ein Diebstahl gemeldet wurde. Selbst wenn das Fahrzeug im Ausland als gestohlen gemeldet wurde, wird dies im Bericht angezeigt, sofern entsprechende Daten vorliegen.
Erkennt carVertical ein gestohlenes Auto, erscheint im Abschnitt „Diebstahl" eine Warnmeldung. Dort steht, ob das Fahrzeug seitdem wiedergefunden wurde oder noch gesucht wird. Du siehst außerdem, wo und wann der Diebstahl registriert wurde.
Viele Länder haben zudem eine eigene öffentliche Datenbank für gestohlene Fahrzeuge, verknüpft mit den Datenbanken der Polizei und der Versicherungsgesellschaften. Auch das ist eine Möglichkeit, um Unstimmigkeiten bei den Fahrzeugpapieren aufzudecken. Allerdings kann es erforderlich sein, dass du statt der Fahrgestellnummer das Kennzeichen überprüfen musst, um ein gestohlenes Fahrzeug zu identifizieren.
Achte auf den Zustand der FIN-Schilder
Weil sich Diebstähle über die Fahrzeughistorie nachverfolgen lassen, ersetzen Diebe oft illegal die FIN-Schilder. Das Fahrzeug taucht dann in der Fahndungsliste für gestohlene Autos nicht mehr auf, und manche Institutionen könnten es im Nachhinein sogar als rechtmäßig erworben betrachten. Eine gefälschte Fahrgestellnummer lässt sich meist erkennen, wenn man weiß, worauf man achten muss.
Fahrzeughersteller verwenden verschiedene Befestigungsarten: Nieten, Schweißnähte und Schweißpunkte. Ein FIN-Schild darf nicht zerschnitten oder beschädigt sein, und alle Zeichen müssen deutlich lesbar sein. Wenn das FIN-Schild am Honda Accord deines Freundes mit Nieten befestigt ist, sollte das bei anderen Accord-Modellen gleichen Alters genauso sein.
Überprüfe das Fahrzeug mit einem FIN-Decoder
Eine FIN besteht nicht aus einer zufälligen Zeichenkombination. Unterteilt und dekodiert, zeigt sie grundlegende Fahrzeugdaten wie Marke, Modell, Farbe und Motortyp. Vergleiche diese Angaben mit dem, was du beim Fahrzeug siehst – Abweichungen können auf eine FIN-Manipulation oder einen Diebstahl hinweisen.
Der FIN-Decoder liefert allerdings meist nur technische Basisdaten. Detailliertere Spezifikationen und, wo verfügbar, auch die genaue Ausstattung findest du im Bericht zur Fahrzeughistorie.
Unstimmigkeiten bei den FIN-Daten sind häufig ein Hinweis darauf, dass ein Verkäufer Informationen verschweigt. Manchmal geht es auch schlicht darum, den Fahrzeugwert zu erhöhen, indem nicht vorhandene Merkmale in die Anzeige aufgenommen werden.
Prüfe in Sekunden, ob ein Auto gestohlen ist
Gib eine FIN ein und erfahre mehr über jedes Fahrzeug!
Stelle sicher, dass die FIN im gesamten Fahrzeug übereinstimmt
Die FIN befindet sich in der Regel an mehreren Stellen am Fahrzeug:
- Hinter der Windschutzscheibe (am Armaturenbrett)
- Unter der Motorhaube
- In der Säule der Fahrertür
- Am vorderen Ende des Rahmens (ältere Fahrzeuge)
- In den Unterlagen
Nimm dir die Zeit, alle Stellen zu prüfen und die Nummern miteinander sowie mit den Angaben auf dem Versicherungsnachweis und dem Fahrzeugschein abzugleichen. Wenn du verschiedene Fahrgestellnummern findest, könnte es sich um ein gestohlenes Fahrzeug handeln, das seinen Preis nicht wert ist.
In diesem Fall solltest du so schnell wie möglich die Polizei benachrichtigen. Auch wenn das Auto nicht gestohlen wurde, gilt die Manipulation des FIN-Codes vielerorts als Betrug.
Welche Dokumente sind beim Kauf oder Verkauf eines Autos gesetzlich vorgeschrieben?
Vollständige Fahrzeugpapiere sind beim Gebrauchtwagenkauf keine Nebensache. Sie geben Auskunft über Vorbesitzer, Wartungshistorie und den rechtmäßigen Eigentümer und können ein erstes Indiz dafür sein, ob mit dem Fahrzeug etwas nicht stimmt.
Hier findest du die wichtigsten Unterlagen für Käufer und Verkäufer im Überblick.
Welche Dokumente sollte man beim Autokauf verlangen?
Jeder Gebrauchtwagenkauf, ob vom Händler oder privat, ist mit der Übergabe der entsprechenden Fahrzeugpapiere und Nachweise verbunden. Beim Kauf solltest du daher nicht nur das Fahrzeug genau unter die Lupe nehmen, sondern auch alle Unterlagen in Ruhe prüfen, damit der Vertragsabschluss und die anschließende Zulassung problemlos abgewickelt werden können.
Folgende Dokumente werden benötigt:
- Kaufvertrag: die wichtigsten Bestandteile sind Personalien, Adressen und Personalausweisnummern der Vertragsparteien, Fahrzeugdaten, FIN-Nummer, Zubehör, Schäden am Fahrzeug, frühere Unfälle, Nummer der Zulassungsbescheinigung, Ummeldepflicht und Versicherung
- Veräußerungsanzeige: zur Vorlage bei der Zulassungsstelle und der Kfz-Versicherung, um über den Verkauf des Fahrzeugs zu informieren
- Personalausweis oder Reisepass beider Vertragsparteien
- EVB-Nummer (Elektronische Versicherungsbestätigung): falls das Fahrzeug noch zugelassen ist
- CoC (Certificate of Conformity): bei Neufahrzeugen zur Bestätigung, dass das Fahrzeug den EU-Vorschriften entspricht
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
- Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
- Prüfprotokoll der letzten Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU)
Wird bei einem Privatverkauf der Vertrag nicht persönlich mit dem Fahrzeugeigentümer abgeschlossen, ist unbedingt auf eine gültige Vollmacht zu bestehen.
Welche Dokumente muss man beim Verkauf eines Fahrzeugs vorlegen?
Für einen korrekten Vertragsabschluss beim Verkauf eines Gebrauchtwagens sind folgende Unterlagen erforderlich:
- Kaufvertrag
- Veräußerungsanzeige
- Personalausweis oder Reisepass beider Vertragsparteien
- Altes Kennzeichen
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
- Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
- Prüfbericht der letzten Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU)
- Verwertungsnachweis der Altautoannahmestelle (bei endgültiger Außerbetriebsetzung)
Bei einem Verkauf übernimmt in der Regel der ankaufende Händler die Abmeldung des Fahrzeugs. Ist der Käufer eine Privatperson, empfiehlt es sich, den Gebrauchtwagen vorher selbst abzumelden. Eine gesetzliche Vorschrift gibt es dafür zwar nicht, aber zwischen Verkauf und Abmeldung besteht die Gefahr, dass Beschädigungen, ein Unfall oder Missbrauch auf den noch eingetragenen Halter zurückfallen.
Die Abmeldung sollte im Idealfall nach der Vertragsunterzeichnung erfolgen, damit Probefahrten und das Abstellen auf öffentlichen Parkplätzen noch möglich sind. Informiere den Käufer vorab, damit er sich darauf einstellen kann.
Prüfe deine FIN
Vermeide kostspielige Probleme, indem du die Fahrzeughistorie prüfst. Erhalte sofort einen Bericht!
